Zecken

Eine FAQ der Stiftung Pro Büsi


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FAQs (frequentlify asked questions) sind auf dem Netz sehr beliebt. Dabei wird ein Thema in der Art eines Frage-Antwort-Quizes abgehandelt. Eine FAQ hat keine Bilder, dafür aber einen ausführlichen Text.

Damit Sie aber einen Blick auf die schönen Zecken werfen können, haben wir für Sie ein paar Bilder mit einem kurzen Begleittext zusammengestellt.




Warum diese FAQ über Zecken?

Zecken können auf dem Umweg über Katzen (und andere Haustiere) gefährliche Krankheiten übertragen. Wer gerne in der Natur spazieren geht, kann auch direkt von Zecken befallen werden.


Was ist eine Zecke ?

Die Zecke (Ixodidae) ist ein Spinnentier aus der Ordnung der Milben. Sie ist 2mm bis 1 cm gross, flachgedrückt und besitzt einen sehr dehnbaren Körper mit acht Beinen. Die Weibchen ernähren sich vom Blut von Säugetieren, Vögeln und Reptilien, auf deren Körperhaut sie sich festsaugen. Dabei schwellen die kleinsten Arten von kaum 2mm auf die Grösse einer Kaffeeebohne an. Das erste Unterkieferpaar ist zu einem perfekten Saugapparat umgebildet. Die Kieferfühler dienen dabei als Haft- und Stechorgane.
Mit ihnen sticht die Zecke ihr Opfer.
In der Schweiz weit verbreitet ist die gemeine Zecke (gemeiner Holzbock, Ixodes ricinus), in Deutschland, Frankreich und Italien auch noch die Saumzecke (argas reflexus).


Wie wird die Zecke dem Menschen gefährlich?

Die Zecke wird dem Menschen nicht selber gefährlich. Viele Zecken sind ihrerseits mit Bakterien oder Viren infiziert, die bei einem Zeckenstich in die Blutbahn des Menschen gelangen und dort eine Krankheit auslösen können.


Wie kann man vorbeugen?

Gegen direkten Befall: Bei einem Spaziergang in von Zecken bevorzugten Gebieten (Wälder, Gebüsch) lange Beinkleider und Stiefel tragen. Die Zecken sind jedoch sehr klein und geschickte Kletterer. Wenn sie sich von einem Strauch auf einen Menschen fallen lassen, halten sie sich an seinen Kleidern oder Haaren fest und versuchen dann, zu einer unbekleideten Körperstelle vorzudringen, wo sie sich dann in die Haut verbeissen können. Gegen den Befall von Haustieren: Ein Zeckenhalsband bietet einen zeitlich begrenzten Schutz. Auch können flüssige Zeckenschutzmittel angewendet werden.


Was tun bei einem Zeckenbiss?

Entfernen sie die Zecke möglichst schnell. Möglichst nahe an der Haut mit einer Pinzette abdrehen. Spezielle Zeckenpinzetten können Sie bei Ihrem Tierarzt oder in einem Fachgeschäft kaufen. Die Entfernung mit Hilfe von Öl (oder Salz) gilt als veraltet. Auf keinen Fall Zecke mit Nagellack bepinseln. Bleiben die Beine in der Haut haften, sollte man sie entfernen lassen.


Was gilt es später zu beachten?

Beobachten Sie in der folgenden Zeit die Stichstelle. Eine vorübergehende Rötung oder ein Jucken sind normal. Sollte die Rötung aber auch nach Wochen nicht verschwinden oder treten noch zusätzliche Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Fieber auf, gehen Sie zu einem Arzt.


Warum muss man eine Zecke entfernen?

Je länger eine infizierte Zecke an seinem Opfer saugen kann, desto eher wird es mit einer Krankheit angesteckt.


Welche Krankheiten können übertragen werden?

Es kommen insbesondere zwei Krankheiten in Betracht:
1. Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME),
2. die Borreliose (Lyme-Krankheit).
3. Neuerdings ist in der Schweiz auch mit der Verbreitung der Ehrlichiose zu rechnen !


Was ist die FSME und wie wirkt sie sich aus ?

Die Frühsommermeningoenzephalitis ist eine von Zecken übertragene Hirnhaut- und Hirnentzündung, die vor allem im Frühsommer auftritt. Jede tausendste Zecke ist mit diesen Viren befallen.
Ihre Verbreitung ist regional sehr unterschiedlich. Damit sich der Erreger in einer Gegend ausbreiten kann, ist eine Mindesttemperatur von durchschnittlich acht Grad erforderlich. Die Krankheit tritt beim Menschen selten auf, kann aber einen sehr schweren Verlauf nehmen. Gegen die Zeckenenzephalitis kann man sich impfen lassen.
Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber sind die ersten Krankheitszeichen. Eine sofortige Behandlung durch den Arzt ist unumgänglich!


Was ist die Zecken-Borreliose und wie wirkt sie sich aus ?

Die Zecken- Borreliose wird auch Lyme-Krankheit genannt, da in der amerikanischen Stadt Lyme, Connecticut, zum ersten Mal der Zusammenhang zwischen gehäuften Gelenksentzündungen und Zeckenstichen erwiesen wurde. Der Erreger, ein Bakterium, wurde nach seinem Entdecker burgdorferi genannt.
Jede fünfte Zecke ist mit Borrelien befallen. Ihre Verbreitung ist praktisch weltweit, mit regionalen Schwerpunkten. Die Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Die Krankheit hat drei Stadien, die aber nicht immer alle durchlaufen werden:
1. Die Wanderröte. Die Stichstelle rötet sich und bleibt mehrere Wochen sichtbar. Die Wanderröte wird nur bei der Hälfte der Erkrankungen festgestellt.
2. Neurologische und Herz-Symptome, Augenmanifestationen oder Allgemeinbeschwerden stellen sich ein.
3. Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich treten Gelenkbeschwerden (eine Art von Arthritis) auf.
In ganz seltenen Fällen kann es zu einer chronischen Enzephalitis kommen.


Kann die Borreliose von Mensch zu Mensch übertragen werden?

Nein. An Borreliose kann man nur durch Zeckenbefall erkranken. Auch der Kontakt mit Haus- (und anderen Tieren) kann nur dann zur Borreliose führen, wenn Zecken von diesen anderen Tieren auf den Menschen übergehen. Ob eine Uebertragung auch infolge von Bremsen- und gar Mücken- oder Flohstich in Frage kommt, wird zur Zeit noch abgeklärt.


Wird man nach durchgemachter Krankheit immun?

Nein, man kann also die gleiche Krankheit wieder bekommen.


Wie dicht ist die Borreliose verbreitet ?

Forschungen haben ergeben, dass in den am meisten verseuchten Gebieten etwa 20% der Bevölkerung Antikörper im Blut aufweisen (das heisst, seropositiv sind). Im Durchschnitt wird aber mit etwa 10% gerechnet.
Wenn ein Mensch Antikörper aufweist, heisst das, dass er mit der Krankheit infiziert ist. Bei einem seropositiven Menschen muss aber die Krankheit nicht zwingend ausbrechen!


Ist die Lyme-Borreliose behandelbar?

In jedem Stadium kann man die Kranken mit Antibiotika behandeln und heilen.
Hier finden Sie eine Selbsthilfegruppe von Lyme-Kranken.



In eigener Sache

Diese F.A.Q. haben wir auf der Grundlage verschiedener im Netz erhältlicher Dokumente zusammengestellt. Einige von ihnen sind nur auf Englisch vorhanden und treffen vor allem auf amerikanische Verhältnisse zu (z.B. Angaben zur geografischen Verbreitung, spezifische Erreger). Andere sind zum Teil zu ausführlich und schon etwas gar wissenschaftlich, so dass es nicht jedermanns Sache ist, sie zu lesen.
Es war darum unser Anliegen, Ihnen ein deutschsprachiges, leicht lesbares, knappes aber präzises und gut abgestütztes Dokument in der Art der beliebten F.A.Q. anzubieten.
Für den Fall, dass Sie es lieber ausführlicher hätten, hier unsere Quellen:
http://www.cs.cmu.edu/afs/cs.cmu.edu/user/jake/mosaic/lyme.html
http://www.cdc.gov/ncidod/publications/brochures/lyme.htm
http://w3.rz.fhtw-berlin.de/RZ/Kramkiste/krankheit_amerika.html
http://ix.urz.uni-heidelberg.de/~cn6/zecken/studieku.htm
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cn6/zecken/m_lyme.htm
http://ix.urz.uni-heidelberg.de/~cn6/zecken/hassler.htm#epi


eine weitere sehenswerte Adresse: URL: http://library.advanced.org/10576
Diese "FAQ" wurde zusammengestellt von ProBüsi, Juni 1996. Es ehrt uns, wenn Sie zur weiteren Verbreitung dieses Dokumentes beitragen. Es ehrt Sie, wenn Sie dabei unsere Namen angeben.


Hier noch eine wichtige Mitteilung von einem aufmerksamen Leser:
Date: Sat, 28 Jun 1997
From: ErwinSpannagl

In Ihrem Beitrag "Zecken" schreiben Sie ueber das Entfernen von Zecken, dass man diese nahe an der Haut fassen und dann herausdrehen solle. Dies ist falsch!!
Man sollte Zecken mit eine spitzen Pinzette moeglichst im Halsbereich fassen und dabei nicht zerquetschen oder ausquetschen.
Dann sollte man sie für etwa 60 sec. unter Zug halten. I. d. R. lassen sie dann von selbst los. Sie geraten naemlich unter "Stress". Dies bewirkt, dass sie den Speichelzement, mit dem sie ihre Kiefer so erstaunlich fest im Wirt verankern können, blitzschnell aufloesen und die Kiefer zurueckziehen. So lassen sie sich recht leicht und meist vollstaendig herausloesen.
Wenn man die Zecke am Rumpf quetscht - z. B. beim "Herausdrehen" - dann geraten vermehrt Borrelien (Leben im Darm der Zecken) in den Wirt.
MfG

Erwin Spannagl


Die Redaktion dankt herzlich fuer diesen Beitrag!


noch ein Beitag von einem aufmerksamen Leser:
Hallo,
Deine Homepage hat mir sehr gut gefallen. Ich werde sie wohl oefters besuchen. Eine Anmerkung zur Borreliose moechte ich noch machen:
nach dem "Biss" der Zecke, bildet sich nach einem bis wenigen Tagen ein etwa 5Mark-Stueck grosser geroeteter Ring. Diese Ringbildung ist typisch fuer die Borreliose. Das tueckische jedoch ist, dass der Ring nach einiger Zeit wieder verschwindet, so dass die Infektion schlichtweg uebersehen werden kann.
Die von Dir beschriebenen Symptome der Krankheit, koennen dann erst sehr viel spaeter (oft erst nach Monaten) auftreten, so dass ein ursaechlicher Zusammenhang mit dem Zeckenbiss nicht mehr auf Anhieb erkannt werden kann. Eine dringend angezeigte Behandlung mit Antibiotika unterbleibt somit oftmals. Das ist das eigentlich Gefaehrliche an dieser Infektion.
Ich bitte dich, in Deiner Homepage auf diese Ringbildung hinzuweisen.
Bis bald
Peter
e-mail:peterkalsch@t-online.de


Lieber Peter,
ich habe Deinen Beitrag in der Zeckenseite aufgenommen.
mit bestem Dank und freundlichen Gruessen
Dein Dr.CATO

eine weiterer geschaetzter Beitrag
From: PSc4964387@aol.com
Date: Thu, 18 Feb 1999 12:36:05 EST
Dieses wandernde rote "Ekzem" nennt sich Erytrhrema migrans und ist ein typisches Zeichen. Vielleicht sollte man noch auf Ixodes ricinus näher eingehen, da dies die gefährlichste Zeckenspezies in Deutschland ist. Dermacentor findet man erst weiter südlich...Fragen?

Noch was zum Entfernen der Zecke !
Räume doch an dieser Stelle mal mit dem Unsinn des Herausdrehens auf ! Das Hypostom - so nennt man den Saugapparat der Zecke - hat kein Gewinde!!!! Daher ist Drehen genau so unsinnig wie Betäuben mit Leim, Nagellackentferner, Öl etc. (Das Betaäuben ist nebenbei gesagt sogar gefährlich, da es die Zecke zur Regurgitation anregt. (Erbrechen in die Wunde - und damit Erregerübertragung.)
Mach weiter so; das Thema ist interessant; Deine Ausführungen hilfreich.
Patrick


Selbsthilfegruppenverzeichnis.


"Borrelia" SHG Borreliose
Ariane Schmitt
Panoramaweg 28
74193 Schwaigern
Tel.:07138-932086
Fax 07138-932002
www.borrelia.de


eine weitere hilfreiche adresse:www.zeckenbiss-borreliose.de

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